Wer Innenräume in 3D erfassen lassen will, steht vor drei plausiblen Optionen: Matterport (mit Pro3-LiDAR), separates terrestrisches Laserscanning (Leica/Faro/Trimble), oder klassische metergenaue Vermessung mit Distanzmesser und Skizze. Welche Methode ist 2026 für welchen Zweck die richtige? Hier ist unser Praxis-Vergleich — mit echten Zahlen, nicht mit Marketing-Versprechen.
Die drei Verfahren im Schnellvergleich
| Klassisch | Matterport Pro3 | Terrestrisch (Leica/Faro) | |
|---|---|---|---|
| Genauigkeit | ~±5 mm punktuell | ±2 cm pro 10 m | ±2 mm pro 10 m |
| Erfassungs-Tempo (200 m²) | 4–6 h | 1,5 h | 3–5 h |
| Begehbare Tour | nein | ja | nein (eigenes Tool nötig) |
| CAD-Punktwolke | nein | E57 via Matterpak | E57 nativ |
| Texturen / Fotos | nein | ja (HDR) | separat aufzunehmen |
| Preis-Range (200 m²) | 300–600 € | ~500–800 € | ~1 200–2 500 € |
| Lock-in | keiner | Matterport-Plattform | keiner |
Wann jedes Verfahren gewinnt
Klassische Vermessung gewinnt, wenn …
- Sie nur ein paar konkrete Maße brauchen (z. B. für einen Möbeleinbau).
- Sie keinen langfristigen Datenbestand brauchen — der Plan wird einmal genutzt und landet im Ordner.
- Das Projekt klein und überschaubar ist (< 80 m², ein Gewerk).
Matterport Pro3 gewinnt, wenn …
- Sie eine begehbare Tour und CAD-Daten brauchen — Matterpak ist die effizienteste Single-Source-Lösung.
- Mehrere Beteiligte (Architekt, Makler, Bauherr, Handwerker) auf demselben Datenstand arbeiten sollen.
- Schnelligkeit wichtig ist — Pro3 erfasst doppelt so schnell wie terrestrisches Scanning.
- Das Genauigkeits-Niveau von ±2 cm pro 10 m ausreicht (für die meisten Anwendungen tut es das).
Terrestrisches Laserscanning gewinnt, wenn …
- Sie Sub-Zentimeter-Genauigkeit über große Distanzen brauchen (z. B. Industriehallen mit Anlagen-Vermessung).
- Die Daten in eine Vermessungs- oder Behörden-Pipeline gehen, die hochpräzise Punktwolken voraussetzt.
- Sie Outdoor-Bauwerke ohne GPS-Bezug vermessen und keine Drohne fliegen können.
Hybrid-Setups: das Beste aus zwei Welten
In der Praxis kombinieren wir bei vielen Projekten Matterport Pro3 (für die schnellen, begehbaren Tour-Daten) mit terrestrischem Laserscanning (für hochpräzise Detailbereiche oder Anlagenvermessung). Die beiden Datensätze führen wir in einer gemeinsamen Punktwolke zusammen — Auftraggeber bekommt eine durchgehende Tour und die hochpräzise Vermessung dort, wo sie wirklich gebraucht wird.
Was wir Auftraggebern als Erstes empfehlen
Wenn Sie heute vor der Wahl stehen, fragen Sie sich diese drei Fragen:
- Brauche ich eine begehbare Tour? Wenn ja → Matterport.
- Brauche ich Sub-Zentimeter-Genauigkeit über große Distanzen? Wenn ja → Terrestrisches Scanning, ggf. zusätzlich zur Tour.
- Geht es nur um ein paar punktuelle Maße? Wenn ja → Klassisches Aufmaß reicht meist.
Fazit
2026 ist Matterport mit Pro3 + Matterpak in über 80 Prozent unserer Innenraum-Projekte das richtige Werkzeug. Klassische Vermessung hat ihren Platz bei kleinen, punktuellen Aufgaben. Hochpräzises terrestrisches Scanning braucht es nur in Spezialfällen — und auch dann oft zusätzlich, nicht statt Matterport.
Welches Verfahren in Ihrem konkreten Fall am besten passt, klären wir gerne kurz vorab: Beratung anfragen.
Sprechen wir kurz darüber.
Wir beraten Sie unverbindlich zu Ihrem konkreten Anwendungsfall — auch dann, wenn am Ende kein Auftrag bei uns landet.
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